Monat: April 2022

Die besten Grunge Alben der 90er Jahre II: Immer noch vor Nevermind

Jepp, wir befinden uns immer noch im extrem engen Zeitfenster der Zeit von Januar 1990 bis September 1991, als es in Seattle (und in der restlichen alternativen Rockwelt brodelte), der entscheidende Sprung Richtung Mainstream aber noch nicht gelungen war. Ob die folgenden Alben 100% dem Grunge zugerechnet werden können, darf gerne lang und breit diskutiert werden. Fest steht: Sie alle antizipierten am Hype um den Seattle Sound. Sei es, weil sie bei Sub Pop veröffentlicht wurden, sei es weil sie irgendwann mal in einem Nebensatz von Kurt Cobain als Lieblingsband genannt wurden, oder sei es, weil sie tatsächlich die Trademarks des Grunge mal mehr, mal weniger in ihre Musik einfließen lassen. Hier begegnen wir so manchen 80er Indie Größen wie Dinosaur Jr. oder Mark Lanegan der Anfang der 90er zum ersten Mal Solo unterwegs war. Daneben gibt es fast schon traditionellen Hard Rock von , Skin Yard, die ebenfalls in den 90ern nicht plötzlich dastehen, sondern auf eine längere Historie zurückblicken. Aber auch Debüts gibt es zu verzeichnen. Die Babes in Toyland, Fugazi, Rein Sanction und die Smashing Pumpkins haben alle in diesem kurzen Zeitraum ihre ersten LPs veröffentlicht. Eine letzte Verbeugung vor den Größen des Grunge, bevor der Grunge groß wurde…

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Die besten Grunge Alben der 90er Jahre I: Before Nevermind

Für viele beginnt die Rockdekade der 90er Jahre im Jahr 1991. Und es spricht in der Tat vieles dafür die Veröffentlichung von Nirvanas Nevermind im September dieses Jahres als Meilenstein und Initialzündung für alle kommenden Rock-CDs zu sehen: Grunge war plötzlich das Stichwort der Stunde und sollte zumindest in der ersten Hälfte des Jahrzehnts die Musiklandschaft dominieren. Zudem bedeutete der Hype um den Seattle Sound die Mainstreamisierung des Indie- und Alternative Rock und führte dazu, dass plötzlich zahllose Punk-, Hardrock- und Metal-Variationen altbacken oder gar bieder wirkten. Ohne Nirvanas Überalbum hätte sich die Rockmusik der letzten Jahrzehnte komplett anders entwickelt: Teenage Lust und Teenage Angst bekamen einen prominenten Platz in der härteren Rockmusik, folgende Genres wie der spät 90er Alternative Rock, Nu Metal, Emo und der Garage Rock der frühen 2000er Jahre hätten wohl nie eine solch große Bedeutung erhalten (oder gar nicht erst stattgefunden), und MTV wäre nie zum Spielplatz vermeintlicher Außenseiter geworden. Dank des Grunges durfte Rock auch im Mainstream wieder dreckig, hässlich, verzweifelt, ungestüm und wild sein.

Aber wie alle anderen (musikalischen) Spielarten hat auch dieser Hype eine Vorgeschichte. Bevor Grunge Feuilleton- und Publikumsliebling war, hatte er sich im Untergrund einen gewissen Status als neue Stoßrichtung härterer Musik erspielt, und Seattle war schon vor Nevermind ein Epizentrum des Indie Rock. In dieser 90er Bestenliste wollen wir uns die Bands und Alben anschauen, die ein bisschen früh dran waren und erst posthum vom Grunge-Boom profitieren konnten. Dabei kommen sowohl Bands, die in der Peakzeit des Grunges bereits nicht mehr existierten wie Green River oder Mother Love Bone zu Wort, als auch Bands, die mit späteren Veröffentlichungen auf dem Hype-Zug mitfahren durften, namentlich Alice in Chains und Screaming Trees. Die Melvins standen mit ihrem speziellen Sound schon immer irgendwie außerhalb jeder Kategorie, dürfen aber allein qua Herkunft in dieser Bestenliste auftreten und L7 retten ne Menge Punk-Vibes in den jungen Seattler Sound… Und Mudhoney sind so gut, dass man sich durchaus die Frage stellen darf, warum ihre 1991er Großtat nicht die selbe Aufmerksamkeit bekam wie die Kurt Cobains.

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