Die besten Shoegaze und Dream Pop Alben der 90er Jahre

Aaalso… wir haben den Britpop, Noise Rock und Postrock hinter uns gelassen… und damit kommen wir zwangsläufig zu einem – vor allem in UK beliebten -Genre, mit dem ich ehrlich gesagt so überhaupt nicht viel anfangen kann. Shoegaze hat sich irgendwie aus dem Noise und Indie Rock der späten 80er Jahre entwickelt, hat diese mit so viel Pop angereichert, dass er deutlich schmeichelhafter ist als seine Vorgänger und darunter noch ne ganze Menge Spiritualität und Esoterik gemixt. Etheral könnte man auch dazu sagen, in seiner schmeichlerichsten Form wird er auch gerne Dream Pop genannt, und gerade in dieser ist er mir meist einfach zu öde, zu dröge, und zu weit entfernt vom eigentlichen Rock-Gedanken. In den frühen 90er Jahren hatten Shoegaze und Dreampop ihren Höhepunkt. Zur Grungewelle wurden sie bereits für tot erklärt. Nicht wenige Künstlerinnen von der Insel haben sich dann Richtung Britpop entwickelt, einige andere sind zum Postrock abgedüst, zum Folk oder Gothic Rock und wieder andere haben den klassischen Rock And Roll wiederentdeckt. Und die meisten Shoegaze-Vertreter finde ich in ihrer Evolution doch weitaus spannender als in Original Gangster Form. Anyway, als auch Nicht-Fan des Genres habe ich ein paar fantastische Alben für mich abgreifen können, darunter natürlich auch die großen Klassiker, aber hoffentlich auch die ein oder andere vergessene Perlen. Sollte ich Meisterwerke übersehen haben, seht es mir nach. Oder betrachtet die Liste am besten gleich von Anfang an als Topliste der Shoegaze-Alben von jemandem, der mit Dreampop so gar nix anfangen kann.

Weiterlesen

Die besten Postrock-Alben der 90er Jahre III

So… Liste drei und danach ist auch wirklich Schluss mit dem Rock nach dem Rock. Muss es einfach. Immerhin befinden wir uns – gut 20 Jahre nach der Ära des Peak-Postrock – in einer Postpostrock-Ära, vielleicht auch einer Postpost-Postrock Ära oder so ähnlich. Die Karawane ist weitergezogen, hat Platz gemacht für andere avantgardistische musikalische Bewegungen, die sich teils als Erbe teils als Dekonstruktion des traditionellen Postrock verstehen. Hier soll dieser Schublade aber noch einmal gehuldigt werden: Mit Ambientklängen, mit Drone-Anleihen, mit Krautrockreferenzen und auch ein paar Metal-Einsprengseln. Auf jeden Fall mit vielen Bekannten, die der Postrock trifft, mit denen er feiert und die er dann hinterrücks erdolcht. Komm her und stirb jung, lass alles andere hinter dir, kurz bevor die Apokalypse beginnt.

Weiterlesen

Die besten Postrock-Alben der 90er Jahre II

Also, Butter bei die Fische: Was ist denn dieser DHL-Rock nun genau? Ich persönlich bin ja ein großer Fan der Definition von Simon Reynolds, der in die Schublade Post-Rock (Post Rock? Postrock? Whatvever!) all das steckt, was sich mit „using rock instrumentation for non-rock purposes“ umschreiben lässt. Oder um es noch abstrakter auszudrücken: Rock, der nicht nach Rock klingt. Oder zumindest nicht nach Rock N Roll. Aber dann sind wir schon bei nem ziemlichen Allgemeinplatz angekommen. Natürlich kann man zusätzlich noch wunderbar ein paar sehr konkrete Eigenschaften benennen: Die lange Komposition anstatt des eingängigen Songs… Dann tut man aber vielen großartigen Songwritern unrecht, die im Folgenden mit kurzen Stücken große Emotionen wecken. Der Verzicht auf Vocals…? Dann könnte man auch einiges der hiesigen Postrock-Bestenlisten vergessen. Düstere apokalyptische Visionen…? Dafür findet sich im Postrock zu viel Entspanntes, Jazziges, Loungiges und auch Lebensbejahendes. Ambient-inspiriert? Auch hier würden die Experimentierer und Avantgardisten der Szene heftig mit dem Kopf schütteln.

Vielleicht bleibt es doch beim Abstrakten und Vagen, und jeder darf sich selbst ein wenig seinen eigenen Reim drauf machen, was er nun unter Postrock verstehen möchte. Fest steht, diese junge musikalische Neuorientierung hat in ihrer doch recht kurzen Hochphase eine Menge großer Alben hervorgebracht, die dem ganzen RockDroneProgExperimental-Musikzirkus verdammt viele Impulse und Inspirationen hinterlässt… Und tot ist Postrock ohnehin noch lange nicht, auch wenn er seit den 2010er Jahren des öfteren etwas aufgewärmt klingt.

Weiterlesen

Die besten Postrock-Alben der 90er Jahre I

Okay… machen wir uns nichts vor. Die 2000er sind DAS Jahrzehnt des Postrock. Hier wurden die Meilensteine produziert, hier erhielt das Genre seine endgültige Form und seinen endgültigen Charakter, hier machte es sich – wenn auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum – auf, die Feuilletons und Musikmagazine zu erobern. Dabei vergisst man allerdings sehr leicht, dass das Genre im Grunde genommen in den 90ern geboren wurde. Klar, wenn man besonders historisch sensibel ist, kann man die ersten Auswüchse im Postpunk der 80er oder gar im erweiterten Prog- und Space Rock der 70er ausmachen, aber die ersten richtigen Lebenszeichen zeigte diese Mischung aus Komposition und Redundanz, aus Monotonie und ekstatischen Eruptionen in den 90ern. In diesem Jahrzehnt entstanden Tortoise und wurden zu Legenden, in diesem Jahrzehnt durften Mogwai ihre ersten Gehversuche unternehmen, ebenso GY!BE und Sigur Ros, nicht zu vergessen die Genre-Prototypen von Talk Talk und Bark Psychosis. Ein guter Grund, sich die Apokalypse dieses Rockjahrzehnts genauer anzuschauen.

Weiterlesen

Die besten Noise Rock Alben der 90er Jahre II

Einen kleinen Krachnachschlag hätte ich noch. Wie schon in der ersten Bestenliste gibt es an dieser Stelle noch einmal – wie es sich für das Genre gehört, unsortiert – eine bunte Mischung von Noise Rock Alben aus den 90er Jahren. Mal experimentell, mal verspielt, mal am Metal und Chaoscore, mal am Pop kratzend, aber immer schön laut und überdreht.

Weiterlesen

Die besten Noise Rock Alben der 90er Jahre I

Wir wildern weiter durch die alternative Rocklandschaft der 90er Jahre und landen beim Krach. Der Noise Rock ist schon ein faszinierendes Genre. Natürlich weil er – wie so ziemlich alle Stilschubladen – keine wirklichen Grenzen hat. Vieles, was an lauter Rockmusik produziert wird, kann zum Noise Rock gerechnet werden, und vieles was im Noise Rock verortet wird, könnte auch in anderen Schubladen seinen Platz finden. Vom Heavy Metal unterscheidet ihn vor allem die Freude am Atonalen, Verzerrten: Lautstärke sucht der Noise Rock nicht über schwere, metallene Riffs, sondern über seine verstimmten Gitarren, seinen Lo-Fi-Charakter und den Flirt mit dem Experimentellen. Vom Alternative Rock um ihn herum unterscheidet sich der Noise Rock durch seinen teilweise extravaganten Krach, und vom Experimentellen wiederum dadurch, dass er eben doch irgendwie auf den einzelnen Song geht, wenn auch auf bizarre Art und Weise. Und ja, natürlich findet das auf einem Spektrum statt. Auch große Grunge-Bands, selbst Nirvana, haben viel Noise in ihre Musik einfließen lassen. Post Punk hat immer schon kleinere und größere Noise-Momente in sich getragen und selbst die Britpopper hatten mitunter keine Angst vor Krach. Wir wollen hier versuchen, den Kern des reinen Noises zu finden: Dreampop und Shoegaze sind Kategorien, denen wir uns später widmen werden, Grunge haben wir schon abgehandelt, und Alternative Rock wird auch noch seine eigene Schublade kriegen. Wie auch immer, es folgt großer, origineller und vor allem großartiger Noise Rock, immer versehen mit der Einschränkung, dass wir uns auf einem Spektrum befinden, dass Schubladen zwar nicht für die Tonne sind, aber auch nicht allzu ernst genommen werden sollten.

Weiterlesen

Die besten Britpop-Alben der 90er Jahre IV: Niedergang, Evolution und Post-Britpop

Die 90er waren schon so ein bisschen die Dekade für kurzzeitige Rockphänomene. Ähnlich wie der Grunge hat es der Britpop nur mit viel Good Will über die Lebensdauer von fünf Jahren geschafft. 1997 scheint schon irgendwie Schluss zu sein, und abgesehen von ein paar hartnäckigen Genrevertretern verschwinden die meisten Bands entweder in der Bedeutungslosigkeit oder veröffentlichen derart katastrophale Alben, dass sie als Vorzeichen einer wahren Britpop-Apokalypse gelesen werden können. Das Ende der Ära ist in dem Fall aber auch – ähnlich wie das Ende des Grunge – gezeichnet von einer extrem spannenden Weiterentwicklung der Musik, die zuvor Top of the Pops und die UK Charts dominiert hat. Es gibt Experimentelles, Avantgardistisches, Bizarres und Ungewöhnliches. Bands wie Radiohead oder Blur spielen mit allerlei neuen Genreeinflüssen, entdecken Prog, Krautrock und elektronische Musik, um den Wechsel der 90er Jahre zu den 2000ern vorzubereiten. Und dann gibt es da noch die Late Bloomer. Bands, die eindeutig vom Britpop inspiriert sind, kreieren ihre ganz eigene Variante von Indie und Alternative Rock, der sich vor der Historie verneigt und gleichzeitig neue Töne einschlägt. Manche nennen es Post-Britpop, manche nennen es gar Second Wave of Britpop, aber letzten Endes beschließt diese kurze Periode das Jahrzehnt großer britischer Popmusik. Die 2000er klopfen an und es wird nie mehr so sein, wie es mal war.

Weiterlesen

Die besten Britpop-Alben der 90er Jahre III: Obskur, vergessen, zweite Reihe?

Auf zur dritten Britpop-Retrospektive. Nachdem zuvor die wahren Genregrößen und Schwergewichte an der Reihe waren, werfen wir in dieser Bestenliste einen Blick auf die etwas obskureren, teilweise damals nicht beachteten, teilweise heute vergessenen Werke der Ära. Natürlich alles mit einem Fragezeichen versehen, denn Dank der ausgezeichneten britischen Musikpresse ist jede noch so kleine Nischenband retrospektiv ganz gut abgedeckt. Aber gerade die deutsche Zuhörerschaft dürfte hier vielleicht doch noch die eine oder andere bis dato unbekannte, ungehörte Perle finden. Und wenn nicht, sich zumindest daran erinnern, dass es auch ein Britpop-Leben neben Oasis, Blur, Pulp und Suede gibt.

Weiterlesen

Die besten Britpop-Alben der 90er Jahre II: Die Schwergewichte

There we are! Peak Britpop! Battle of the Bands. Oasis vs. Blur. Kein musikalischer (vielleicht auch persönlicher) Konflikt hat die 90er Jahre Musiklandschaft derart geprägt wie der epochale Zweikampf zwischen Blur und Oasis. Dabei ging es beim „British Heavyweight Championship“ (NME) letzten Endes vor allem um eine Absprache unter Musikpublishern, die sich erhofften, dadurch die Käufe anzukurbeln (interessant nachzulesen in einm SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 2020). Und ohnehin viel spannender als der ganze Gossip ist die Musik, die in seinem Kontext veröffentlicht wurde. Und die hat es wirklich in sich. Zwei Jahre in Folge haben Oasis zwei der wohl besten britischen Alben gegen Ende des Jahrhunderts rausgehauen. Blur haben mit Parklife ein definitives Meisterwerk des Genres veröffentlicht, und mit Suede, Radiohead und Pulp spielen noch andere Schwergewichte in dieser Zeit eine große Rolle. Um diese großen Bands soll es in dieser Bestenliste gehen, während wir uns in Teil 3 den etwas obskureren oder gar ganz und gar vergessenen Bands widmen. Also dann. There we are: Rule Britannia, Britannia, rule the waves!

Weiterlesen

Die besten Britpop-Alben der 90er Jahre I: Die Frühzeit des Genres

Regionale Rockereignisse die zweite… während die Hamburger Schule – wie so viele regionale Rockbewegungen – dann letzten Endes doch auf den deutschsprachigen Raum begrenzt blieb (und selbst dort immer einen Nischenplatz inne hatte), hat sich der Britpop in den 90er Jahren vom rein englischen Phänomen zu einem weltweiten Hype entwickelt. Bands wie Blur und Oasis wurden nicht nur auch in Amerika rezipiert, sondern irgendwann über den ganzen Globus. Aber nirgendwo anders war der damit zusammenhängende musikalische Stil derart gehyped wie im Vereinigten Königreich. Kein Wunder, gaben diese Bands doch zum ersten Mal seit der Beatlemania wieder das Gefühl, dass Great Britain musikalisch zur weltweiten Speerspitze gehören könnte. Den Patriotismus außen vorgelassen lässt sich festhalten, dass er in der Zeit und in dem Kontext wirklich verflucht viele große britische Rock- und Pop-Alben entstanden sind: Teils sehr weit zurückgreifend bis zu den Beatles, teils am Post Punk orientiert und teils Ideen von Indie Rock, Alternative und Grunge amerikanischer Prägung aufgreifend, haben sich die Britpopper zu Letzterem immer auch als Gegenbewegung begriffen. So orientieren sich Blur, Suede und Paul Weller gerne an der Musik der 60s und 70s, versuchen ihren Sounds aber so weit mit modernen Einflüssen anzureichern, dass er nicht nach bloßer Nostalgie klingt. Das ist auch in der Frühphase – als der Britpop doch vor allem noch ein Nischenphänomen ist – bereits ziemlich gut gelungen. Und auch wenn wir in dieser noch weit vom Hype des Blur/Oasis-Zweikampfes entfernt sind, lohnt es sich, einen Blick auf die besten Alben des Britpop zu werfen… bevor er zum Britpop wurde.

Weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Alben der Hamburger Schule

In den 90er Jahren sollte sich im deutschsprachigen Raum ein Hybrid aus Punk und intellektuellem Indie Rock bilden, der bis tief in die 2000er Jahre einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Poplandschaft hatte. Die Hamburger Schule war so etwas wie der Gegenentwurf zur Neuen Deutschen Welle der 80er Jahre, aber auch zum Deutschpunk und zur laut polternden Rockmusik Made in Germany, wie sie in den frühen 90er Jahre popularisiert worden war. Was zeichnet ihre Vertreter aus? Vielleicht ist es der Hang zur Ironisierung, zur Meta-Sprache und zum doppelten Boden, der die Hamburger Schule eindeutig in den 90er Jahren verortet und zugleich ein Gegengewicht zum pathosgeladenen Metal und sprachlich und musikalisch direkten Punkrock darstellt. Vielleicht ist es die Freude am postmodernen Spiel, an der Dekonstruktion, am Philosophischen und Abstrakten, die die Musik sowohl auf Produktions- als auch Rezeptionsseite eher im akademischen Milieu beheimatet (Stichwort: Studentenrock). Vielleicht ist es auch der Mut zu einer anderen Form von Authentizität, zur Ehrlichkeit fern von Machogehabe und Working Class Attitude. Natürlich ist es der diversifizierte, spielerische und pittoreske Gebrauch der deutschen Sprache, der diese Musik klar zu einem regionalen DACH-Ereignis macht. Und es ist der Eklektizismus, die Referenzfreude Richtung Punk, Grunge, US-Indie, der diese Musik von den sonst etwas trägen, wenig progressiven deutschen Musikoutputs der Zeit abhebt. Wie auch immer, die Hamburger Schule ist in den 90ern mit für die besten deutschsprachigen Alben überhaupt verantwortlich und ähnlich wie andere länderspezifische Genres (z.B. der Britpop) absolut hörenswerte Musikgeschichte. Und das sind ihre essentiellen Alben.

Weiterlesen

Die besten Deutschpunk-Alben der 90er Jahre

Naja… irgendwie kommen wir da ja nicht drumherum. Wenn man in Deutschland über Punkrock aus den 90ern schreibt führt kein Weg am Deutschpunk vorbei. Und es handelt sich auch tatsächlich um ein spannendes Genre, denn wohl in keiner anderen musikalischen Nische geht die Schere zwischen Schrott und fantastischen Alben derart auseinander, insbesondere in dieser Dekade. Dabei gehört der Gedanke, schrammelig, dilettantisch und schlodderisch zu sein auch irgendwie dazu, zu diesem lokalen Punk-Subgenre. Und diese Charakteristika sind auch kein Ausschlusskriterium, wenn es um die Suche nach den besten LPs geht. In dieser Bestenliste finden wir dementsprechend viel Musik mit Attitüde, die sich nicht unbedingt durch ihre Virtuosität auszeichnet, sondern vielmehr durch ihren Kampfeswillen und ihre Nonchalance. Punk kann aber – auch in deutscher Variation – subtil, avantgardistisch oder mainstreamtauglich sein. Auch in diesen Ausprägungen werden wir so manchem Album begegnen. Also auf gehts, es gibt viele starke Alben zu betrachten, viel fantastischen Deutschpunk zu feiern.

Weiterlesen

Die besten Punkrock-Alben der 90er Jahre IV

Einen hätte ich noch… Die letzte internationale 90er Punk-Retrospektive (bevor ich mich an den Deutschpunk der Dekade wage), darf gerne auch – zumindest partiell – mit „Punk, der nicht immer nach Punk klingt“ umschrieben werden. Damit ist aber in diesem Fall nicht der Pop-beeinflusste Melodycore der Zeit gemeint, sondern viel mehr das andere Extrem: Punk, der sich vom Experimentellen, Avantgardistischen, Metallischen und Außergewöhnlichen beeinflussen lässt: So wie Nomeansno, die heftig mit Neo Progressive Rock flirten, oder The Exploited, die sich auch im Thrash Metal sichtlich wohl fühlen. Und natürlich nicht zu vergessen Refused, die mit ihrem Post-Punk-Core die Jahrtausendwende vorwegnehmen. Dazwischen tummeln sich noch die beiden Riot Grrrl Bands Sleater Kinney und L7, die zu dem Genre ihren ganz eigenen Stil beitragen. Ich bleibe dabei: Auch jenseits der Radiokompatibilität waren die 90er ein Punk-Jahrzehnt, das weitaus mehr zu bieten hat, als man auf den ersten „Punk is dead!“-Blick vermuten könnte.

Weiterlesen

Die besten Punkrock-Alben der 90er Jahre III

90er Punk die Dritte. Den Melodycore der Zeit haben wir hinter uns gebracht… Und natürlich stellt sich anschließend die Frage: Ist in dem Genre ansonsten überhaupt noch was passiert? Oh ja! Auch wenn die alten Legenden in der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts bereits am Aussterben waren, durften wenigstens die Ramones und Bad Brains noch einmal ein Lebenszeichen von sich geben. Und auch wenn der olle Spruch „Punk is dead“ wohl zu kaum einem Jahrzehnt besser passt als zu diesem, stieg Anfang der 90er eine neue Kraft hervor aus dem Grab des Genres, die sich Riot Grrrl nannte (ganz ehrlich, ich muss immer googlen, wie viele „r“s da hingehören). Bands wie Bikini Kill und Babes in Toyland rauschten mit ihrer feministischen Interpretation über den Urgeist des Punkrock und hauchten dem darbenden Genre so neues, anarchisches Leben ein. Und mit den Dropkick Murphys schließlich durften wir Ende der 90er sogar einen Geschmack davon bekommen, wie crossoverfähig der Oi! sein kann. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag: Das war durchaus eine okaye Zeit für alle Irokesen-, und DocMartens-Träger.

Weiterlesen

Die besten Punk-Rock-Alben der 90er Jahre II (Noch mehr Melodycore)

Kennt man ja… die musikalische Hype-Karawane zieht weiter und hinterlässt ein deprimiertes Genre, das allenfalls für die Geschichtsbücher und überambitionierte Best-of-Listen zu taugen scheint. Mit dem Hype des Emos wurde der Melodycore von seinen eigenen Kindern gefressen und scheint heute eher als Randnotiz der Rock-Geschichte weiterzuleben. Aber scheiße, hat uns dieses Genre großartige Alben gebracht. Die gibts auch in diesem Artikel in rougher Zeitreiseform ins Jahr 1995 (das anscheinend, wie mir jetzt gerade auffällt, DAS Jahr für den melodischen Hardcore war): Wieder einmal mit viel Kalifornien, wieder einmal mit viel Fat Wreck Chords und wieder einmal zwischen den Stühlen von Punk, Hardcore und Pop. Früher war halt doch alles besser…

Weiterlesen

Die besten Punk-Rock-Alben der 90er Jahre I (Melodycore, Skate- und California Punk)

Die 90er – eigentlich auch schon die ausgehenden 80er – waren das Jahrzehnt, in dem diese Frage immer wieder aufgeploppt ist: „Ist das da überhaupt noch Punk Rock? Oder was vollkommen anderes?“ Neben dem Metal dürfte der Punk wie kein anderes Genre zuständig sein für Dogmatismus- und Schubladendebatten. Davon betroffen waren keineswegs nur die Pop-Ikonen wie hierzulande die Ärzte und die Hosen oder in den USA Blink 182, sondern vor allem die zu Beginn und Mitte der Dekade sehr populären California Skate-, Surf- und Fun-Punker, die eine Menge geschmeidiger Melodiösität, Pop-Charakter und Sonnencharme in das Genre brachten, dessen Ingredienzen lange Zeit Rebellion, Wut und „No Future“ waren. Anyway, machen wir in dieser Retrospektive einfach Melodycore draus, genießen die eingängigen Hits und kümmern uns nicht weiter um subkulturelle Diskussionen. Ey, Alter. Haste ma ne Hookline?

Weiterlesen

Die besten Grunge Alben der 90er Jahre VII – Was danach geschah…

Der Schlusspunkt des Grunges wird gemeinhin Ende des Jahres 1994 verortet: Nach dem Tod Kurt Cobains im Sommer dieses Jahres, nach Veröffentlichung der Unplugged in New York und nachdem der Alternative Rock begann auf neuen Pfaden zu wandeln. Gerne wird dabei ja auch über die Kurzlebigkeit des in Seattle entstandenen Genres resümiert. Unabhängig davon, dass er mit seinem 1995er Schlusspunkt stolze vier Jahre in den 90ern präsent war (und darüber hinaus noch ein paar Jahre davor in den 80ern), stimmt dies allein schon deswegen nicht, weil auch danach noch so manches Album erschienen ist, das dem Grunge gut zu Gesicht steht. Genregrößen produzierten hervorragende Grunge-Spätwerke, die „Verlorenen“ des Booms orientierten sich neu, teils in neuen Bands, teils mit progressiveren Sounds, und dann gab es auch noch die Nachzügler, die Late-Bloomer und die Jugend, die sich aus allen Teilen der Welt vom Grunge inspirieren ließ. Deren Veröffentlichungen soll dieser letzte – nun wirklich allerletzte – Grunge-Artikel gewidmet sein. Es gibt jugendlich Ungestümes von Silverchair, experimentell Introspektives von Pearl Jam, Nirvana-Exegese von den Foo Fighters und Bush… und so manches darüber hinaus.

Weiterlesen

Die besten Grunge Alben der 90er Jahre VI

Wir befinden uns im Jahr 1994 und der kurzlebige Grunge Craze der Jahre zuvor ebbt zu Beginn des Jahres langsam und in der Folgezeit immer schneller ab. Im April des Jahres wurde Kurt Cobain nach einem mutmaßlichen Selbstmord in Seattle tot aufgefunden, im Juni starb die Hole Bassistin Kristen Pfaff an einer Überdosis Heroin, und Alice in Chains Sänger Layne Staley begab sich wegen seiner Suchtprobleme selbst in eine Entzugsklinik. Neben den großen persönlichen Katastrophen gab es auch durch den Hype verursachte Kriegsschauplätze, mit denen sich die populären Grunge Artists auseinander setzen mussten. So mussten Pearl Jam wegen des plötzlichen Erfolgs einen Kleinkrieg gegen ihren Ticketverkäufer Ticketmaster führen, weil dieser die Fans ordentlich zur Kasse bitten wollte. Hinzu kamen die ersten Abgesänge auf das Genre, nicht zuletzt auch wegen der zahllosen Epigonen, die dem Grunge mehr und mehr zu dem werden ließen, was seine Vertreter immer so vehement abgelehnt hatten: Ein Mainstream Rock Genre für alle, ohne Biss, ohne Substanz. Bei all diesen Dingen vergisst man gerne, dass Grunge auch in diesem Jahr noch ordentlich gebrannt hat. Viele große Künstlerinnen und Künstler reagierten auf die genreimmanente Krise, indem sie in dessen Rahmen neues ausprobierten: So finden wir in dieser Liste melancholische Abgesänge von Alice in Chains, Pop-Flirts von Hole, Wutbrocken von Pearl Jam und Zukunftsweisendes von Veruca Salt und den Makers. Trotz all seiner Tragik war 1994 auch ein starkes Jahr für den Grunge, vielleicht auch irgendwie das beste Abschlussjahr, das man sich vorstellen kann, mit einem ebenso traurigen wie famosen Schlusspunkt durch das im November auf Platte veröffentlichte Unplugged-Konzert von Nirvana.

Weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts IV

Ich befinde mich gerade in so einer Art unheimlichem Progressive Rock Rausch, Dank dem ich die entsprechenden Artikel beinahe in einem Rutsch runter geschrieben habe. Ich hoffe mal, dass sich meine derzeitige Begeisterung für die Art Rock Nische auch ein wenig in den Texten Lobeshymnen auf die Genre-Alben der 90er Jahre niedergeschlagen hat. Wie bei jedem guten Rausch wird früher oder später der Kater folgen und diesen werde ich mit den Stooges, Ramones und Sex Pistols dann auch hoffentlich erfolgreich bekämpfen. Bis dahin gibt es aber noch einmal eine volle Ladung Prog-Rock der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Morte Macabre laden zum düsteren Tanz ein, Mats / Morgan versetzen dem Fusion neue Stromschläge, Tool weiden sich in Undertow in einer Mischung aus Stoner, Alternative und Art Rock, während Bondage Fruit und Simon Steensland den Zeuhl erfolgreich in eine neue Epoche transferieren. Auch Buckethead und Tenhi klingen alles andere als nach klassischem RetroProg und mixen stattdessen Ambient, Postrock, Gothic, Metal, Experimental und was ihnen sonst noch in den Kram passt in ihren originellen, ungewöhnlichen Sound. Schubladenzertrümmerung erfolgreich, würde ich sagen: Der Patient lebt.

Weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts III

Die Schublade ist weiterhin der Feind. Und so dürfen in diesem Artikel Radiohead vom Brit-Pop aus Richtung Progressive Rock schielen, wie es mit Sicherheit einige britische Rocker in den 90ern getan haben, wenn auch kein einziger so konsequent wie Thom Yorke und seine Mannen. Vom Art Pop und Postrock kommt Mark Hollis hereingeschneit und selbst Pallas, Robert Fripp und David Sylvian durchbrechen ihre Traditionen, während zumindest  Höyry-Kone den Banner des klassischen Progressive oben halten (Und wie sie das machen!). Achja, und ein klein wenig Jahre Reminiszenz an die 80er Jahre – oder wie ich sie nenne: „Die dunkle Ära des Prog“ – hat sich auch hierher verirrt; mit Collage, die den Neo Prog Sound von Marillion gekonnt in die nächste Dekade  transferieren. Progressive Rock, Art Rock, Art Pop, Post- irgendwas? Die Schublade ist tot, es lebe die Schublade!

Weiterlesen

Die besten Progressive Rock Alben der 90er Jahre II

Wie schon im letzten Artikel mit der Aufnahme von The Gathering angedeutet, lässt sich durchaus darüber streiten, was zum Progresive Rock gezählt werden darf und was nicht. Aber das Streiten mit Dogmatikern nervt und Hand aufs Herz: Der Prog gehört zu den Genres mit den konservativsten Anhängern, ausgerechnet die Musik, deren Attribut vom lateinischen progressus = Fortschritt abstammt, hat Fans, die sämtliche Neuerungen am liebsten für nichtig erklären und sich in engen Genre-Grenzen am wohlsten fühlen, gerade wenn es um die Verteidigung der Nische gegenüber dem so genannten Mainstream geht. Insofern dürfte die Aufnahme von Muse für einiges Kopfschütteln unter den True Proggern sorgen. Auch dass The Tea Party hier reingehören, wird mit Sicherheit so mancher Prog-Jünger verneinen. Dagegen dürften sowohl The Flower Kings als auch Spock’s Beard und Änglagård einhellig Zustimmung ernten, während Happy Family mit ihrem what the fuckigen Zeuhl-Sound wiederum am anderen Ende des Spektrums angesiedelt sind und all jenen ans Herz gelegt werden können, die schon immer die freakigen, andersartigen und abseitigen Momente der Schublade bevorzugten.

Weiterlesen

Die besten Progressive Rock Alben der 90er Jahre I

So, es wird es mal wieder Zeit für etwas populärere Genres (*hüstel). Dass Progressive Rock eigentlich ziemlich out of date ist, wahrscheinlich Zeit seines Bestehens out of date war, muss wohl nicht extra betont werden. Dürfte jeder wissen. Anyway, aktuelle und auch länger andauernde Trends sollten im Kanon keine Rolle spielen, und unabhängig von seinem Low Coolness-Faktor hat der Progressive Rock (oder Prog wie die Babyblauen liebevoll sagen) in den 90ern eine Menge toller Werke zwischen selbstverliebter Frickelei und bombastischem Monumentalismus abgeworfen. So begeistert Frank Zappa mit einem epischen Live-Doppelalbum, das auch  als einsteigerfreundliches Spätwerk funktioniert, King Crimson gelingt mit Thrak das kaum erwartete Comeback und mit Anekdoten, Porcupine Tree und The Gathering schießen die Progressive Rock Bands einer neuen Generation aus dem Boden. Die großen Unbekannten in dieser Runde bilden die Schweden Landberk, die mit atmosphärischem und trippigen Folk Post-Progressive begeistern.

Weiterlesen

Die besten Crossover Alben der 90er Jahre

Nach dem Metal bleiben wir erst einmal beim Rock N Roll und wühlen und wühlen uns durch dessen zahlreichen Subgenres. Wobei der Genre-Begriff im Falle des Crossover etwas diffus ist. Tatsächlich ist diese Bezeichnung für die Vorreiter des Nu Metal, für die ersten, die Rap, Rock, Funk und Metal zusammen mixten, primär eine deutsche Erscheinung. In den USA wurden die folgenden Bands stattdessen gerne dem Funk-Rock, dem Rapcore oder anderen Genrehybriden zugeordnet. Hierzulande dagegen sind wir mit genau jenem Crossover-Begriff groß geworden, nicht nur Dank deutscher Bands wie H-Blockxx oder Such a Surge, sondern auch Dank vieler Bands aus Übersee, denen wir dieses Label – stolz etwas neues musikalisches zu entdecken – aufgedrückt haben. Im Folgenden widme ich mich den besten Alben des klassischen Crossover, wie er Anfang/Mitte der 90er Jahre geboren wurde und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwunden ist, um diversen Core- und Nu-Metal-Labels Platz zu machen. Es war nicht alles golden in diesem mixwütigen Genre, ein paar herausragende, spannende Hybrid-Alben sind trotzdem dabei rumgekommen.

Weiterlesen

Metal der 90er Jahre: Was sonst noch geschah…

Dass subjektive Genre-Retrospektiven nie vollständig sein können, dürfte eine Binsenwahrheit sein, die ich wohl nicht extra erwähnen muss. Abgesehen von den Alben die ich bei den besten Heavy, Thrash, Death whatever etc pp und so weiter Metal Alben der 90er Jahre nicht genannt habe, weil ich sie schlicht und ergreifend nicht kenne, kommt gerade bei diesem Genre noch der Umstand hinzu, dass es einige Sachen gibt, die ich guten Gewissens ignoriert oder erfolgreich verdrängt habe. Und das betrifft ganze Subgenres… Okay, also beim Black Metal – der mit Sicherheit den ein oder anderen Höhepunkt in den 90ern erlebte – habe ich noch einiges nachzuholen, insofern darf der ein wenig aus der Reihe fallen. Darüber hinaus gibt es aber auch so manche Metal-Nischen, mit denen ich so gut wie gar nichts anfangen kann. Gemeint sind vor allem die mit einem Power, Melodic, True oder Symphonic Präfix… zusätzlich noch vieles von dem, was sich irgendwie Medieval oder mittelalterlich schimpft, und nicht zuletzt die diversen Hartwurst-Ausflüge, neben der NDH primär die ganzen Teutonen Metalgelage. Anyway, auch diese Genres haben in den 90ern stattgefunden. Und dass ich mit ihnen eher wenig anfangen kann, soll mich nicht davon abhalten, zumindest kurz meinen Senf dazu zu geben.

Weiterlesen

Die besten Progressive Metal Alben der 90er Jahre II

Sorry @ all: Einmal geht es noch durch die Prog-Hölle. Der Progressive Metal hat wohl vor allem das Problem, dass er nie populär, nie trendy war und damals in den 90ern in seiner „Frühphase“ bereits antiquiert wirkte. Kein Wunder: Der Progressive Rock hatte zwar seine kurze Hochphase in den 70ern, wurde aber schnell zur Blaupause für pathetischen, anstrengenden, selbstverliebten Rock N Roll ohne coole Attitüde. Der Punk als Quasi-Gegenbewegung zog an seiner Antipode dementsprechend schnell vorbei, setzte Trends und verbannte die Progger auf die hinteren Bänke der Musikgeschichte. Dort wurde dann insbesondere in den 80ern eine Menge musikalischer Müll verbrochen. Auch der Metal gewann in den 90ern sukzessive den Ruf alles andere als cool zu sein: Eher überholt, konservativ, dogmatisch… Die trendbewussten Kids wanderten zum Hip Hop, die Geeks gaben sich dem Grunge und später immer mehr der elektronischen Musik hin. Logisch, dass die Fusionierung zweier eher unpopulärer Genres nichts weiter als ein weiteres unpopuläres Subgenre hervorbringen konnte, zumal der Progressive Metal bereits damals – wie schon im ersten Teil erwähnt – im Vergleich zum Extreme und Avantgarde Metal ziemlich brav und bieder klang. Anyway… er hatte seine Perlen. Vielleicht nicht als Trendsetter, vielleicht nicht als schicke Profilierungsmucke, aber allemal zum Genuss zu Hause oder aber auch auf diversen Metal-Festivals (zusammen mit den anderen Outsidern). Hier kommen sie: Noch einmal Proto-Prog-Pathetisches von Dream Theater, Düster-Pathetisches von Opeth, Pathetisch-Pathetisches von Symphony X und Ayreon sowie verquast Groovy-Pathetisches vom Liquid Tension Experiment und Pain of Salvation.

Weiterlesen

Die besten Progressive Metal Alben der 90er Jahre I

Achja… der Progressive Metal: Die Verbindung von klassischem Prog und Heavy Metal hat sich tatsächlich erst Ende der 80er Jahre etablieren können und anschließend Dank Bands wie Dream Theater die gesamten 90er Jahre mal mehr mal weniger erfolgreich beglückt. Dabei wirkte diese Nische des Metal damals schon merkwürdig antiquiert, nicht zuletzt auch weil die 90er Jahre die Geburtstunde des Extreme und Avantgarde Metal bedeuteten, gegen den der Progressive Metal schon ein wenig traditionell – beinahe konservativ – daherkommt. Aber große Werke hat er nichtsdestotrotz hervorgebracht: Natürlich Klassiker wie Psychotic Waltz, Threshold und wahrscheinlich am prominentesten Dream Theater, aber auch so manche Ausreißer aus anderen Genres, wie Devin Townsend, der mit Biomech dem Industrial Speed Metal den Rücken kehrte, oder aber auch Agalloch, die Gothic Metal mit Folk und Postrock ergänzten und die etwas in Vergessenheit geratenen Voivod, die mit der Fusion von Prog und Post Punk selbst in dieser Nische einen gewissen Sonderstatus innehatten. Auch dieses Mal reichen die Highlights für zwei Artikel, und die erste Fuhre folgt nach dem Klick.

Weiterlesen

Die besten Avantgarde Metal Alben der 90er Jahre III

Minimales Einleitungs-Gequatsche, Maximale Awesomeness… In der letzten 90er Avantgarde Metal Retrospektive kümmern wir uns um die Pioniere des Drone in Form von Earth und Boris, feiern clowneske Funk Metal Gelage mit Mr. Bungle, reiten mit Therion ins Höllenfeuer und finden dort den puren, musikalischen, atonalen Schmerz im Gewand der Mathcore-Psychopathen von The Dillinger Escape Plan…. joa, die 90er hatten schon einiges Großes in der avantgardistischen Metal Nische zu bieten.

Weiterlesen

Die besten Avantgarde Metal Alben der 90er Jahre II

Der Beweis, dass Metal gar nicht so konservativ sein muss, wie ihm gemeinhin nachgesagt wird, Part zwei von drei. Dieses Mal gibt es avantgardistische Crossover Metal Attacken von Dog Fashion Disco, düsteren Post Black Metal von Maudlin of the Well, Mike Patton Irrsinn von den Soundtüftlern Fantomas und viel verqueren dissonanten Jazzcore, den John Zorn sowohl bei GOD als auch Naked City mit ungeheurer Virtuosität und unzähligen, fanatisch fantastischen Ideen zelebriert. Dass Avantgarde Metal durchaus auch eingängig sein kann beweisen die Traditionalisten von Atheist ebenso wie die Alternative Industrial Metaller von Kovenant. Aber auch bei diesen, werden die Riffs, Hooklines und Melodien alles andere als gewöhnlich präsentiert.

Weiterlesen

Die besten Avantgarde Metal Alben der 90er Jahre I

Kategorisierungen von Genres sind ohnehin schon schwer genug… und Kategorisierungen von Subgenres erst recht. Ich glaube aber, dass ich mich oft genug bei der Retrospektive der besten Metal-Alben der 90er Jahre für willkürlich scheinende Sortierungen entschuldigt habe, und ich glaube auch, dass ich oft genug gesagt habe, dass jede einzelne dieser Schubladen mit Vorsicht zu genießen ist (was mich nicht davon abhält, das an dieser Stelle noch einmal zu machen). Okay, Avantgarde Metal… definitiv etwas anderes als der klassische Progressive Metal, um den ich mich hier auch noch kümmern werde. Die extreme Spielart der harten Musik bedient sich gleich bei zahllosen avantgardistischen Genres. Je nach Band und Album werden heftige Riffattacken mit Free Jazz, RIO, progressivem Funk, zappaeskem Klängen oder industriellen und mathematischen Soundkonstruktionen ergänzt, zerschnitten und aufgebrochen. Viele der hier genannten könnte man auch als Extreme Metal bezeichnen, als Neo Progressive Metal, als Industrial Metal, als Alternative- oder Uncategorized Metal. Ich bleibe bei der Avantgarde-Schublade, wo sich jetzt unter anderem Meshuggah, Disharmonic Orchestra, Strapping Young Lad und Tool bestens aufgehoben fühlen dürfen. Die erste Ladung der Extremen der Extremen der Extremen folgt nach dem Klick.

Weiterlesen

Die besten Groove Metal Alben der 90er Jahre

Ganz bin ich noch nicht durch mit meiner Metal-Retrospektive… Bei den Thrash-Metal-Alben habe ich ja schon auf die Entwicklung des Groove Metals hingewiesen und dort auch unverschämterweise ein paar Bands genannt, die man guten Gewissens der postmodernen Nische des Thrash zuordnen könnte. Während Machine Head und Pantera mit ihren frühen Album noch mit mindestens einem Bein in der Slayer-Ecke standen, entwickelten sie sich gegen Mitte der 90er Jahre immer mehr in Richtung Groove und hin zu Vorreitern für den kommenden Neo und Nu Metal. Bei Prong indes ist die Sache klar: Die haben schon immer gerockt wie Sau und mit ihrem Bastard-Sound dem Nu Metal so einiges vorweggenommen. Life of Agony dagegen turnen mit ihren Alben munter zwischen Alternative Rock, Hard Rock, und ja, eben auch dem gewissen Groove, um sie hier ohne Bedenken einzuordnen. Und mit Exhorder gibt es dann auch noch die richtigen Pioniere, die bereits 1992 das spielten, was das Genre auszeichnet und dem Thrash Metal mit Punk, Blues, Doom und Hardcore-Einflüssen neues Leben einhauchten.

Weiterlesen